Privater Landhandel beklagt schwere Zeiten
Der Preisverfall bei Getreide und Düngemitteln hat dem privaten Landwarenhandel zum Teil erhebliche Verluste gebracht. Aus vielen Regionen Deutschlands wird von Insolvenzen oder Übernahmen einzelner Agrarhändler berichtet, beklagte der Präsident des Landhandelsverbandes Bayern, Josef Wenger, anlässlich des bayerischen Agrarhandelstages am vergangenen Wochenende in Landshut. Leider sei von Seiten der Landwirte oftmals weder Verständnis noch Solidarität für die Situation der Unternehmen zu spüren. Gelegentlich würden genossenschaftliche Konzerne im Wettbewerb das Ausfallrisiko beim Landhandel „in völlig unangemessener Weise zum Marketingargument für das eigene Unternehmen machen". Ein gesunder Wettbewerb, der den Bauern die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern und Vergleichsmöglichkeiten mehrerer Angebote bietet, ist nach Ansicht Wengers nicht mehr überall gegeben.
Der Landhandelsverband Bayern vertritt über 160 private Landwarenhändler im Freistaat. Im Geschäftsjahr 2009 erfassten die Unternehmen rund 4,9 Mio. t Getreide und 450.000 t Raps von etwa 40.000 Landwirten. Der Gesamtumsatz des privaten Landhandels verringerte sich um 9 Prozent auf knapp 1,78 Mrd. €.
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