Aufstand bei Bioland

17.11.2010

Vier der acht Bioland-Landesverbände fordern von der Bundesdelegiertenversammlung, Präsident Thomas Dosch abzuwählen, berichtet Jost Maurin von der Berliner Tageszeitung taz. Er "besitzt nicht die soziale Kompetenz, den Verband zu einen", heißt es in einer Vorlage der gemeinsamen Landesorganisation für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Ähnliche Anträge stellten der zweitgrößte Landesverband, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, und Rheinland-Pfalz/Saarland. Alle Papiere wurden der taz anonym zugespielt, Beteiligte würden jedoch den Inhalt bestätigen.
Deutschlands größter Ökolandbauverband hat rund 5200 Mitglieder. Zusammen mit der Naturland und dem BÖLW ist Bioland der wichtigste Gesprächspartner für die Politik, wenn es um die Interessen der Branche geht. Dosch, seit rund zehn Jahren im Amt, ist ihr bekanntester Sprecher. Selbst York Wollatz aus Schleswig-Holstein, der einen der Abwahlanträge eingereicht hat, bescheinigt Dosch: "Er ist ein hervorragender Repräsentant nach außen." Aber: "Er kann die Leute an der Basis nicht mitnehmen." Viele Mitglieder sehen dadurch die Demokratie im Verband gefährdet. "Dosch ist einfach nur noch machtgierig", zitiert die taz einen Biobauern aus Baden-Württemberg. "Er lebt einfach keine Basisdemokratie. Es gibt auch keine Pressefreiheit bei Bioland. Jeder Artikel der Verbandszeitschrift geht über seinen Tisch, und wenn er ihm nicht passt, wird er nicht gedruckt."
Einer der Hauptkritikpunkte der Gegner Doschs, ist die eigenmächtige Vergabe einer Bürgschaft über 300.000 Euro an die Vermarktungsgesellschaft Bioland Markt GmbH & Co. KG im Jahr 2008. Die Firma verkauft Getreide der Bauern, die ihre Gesellschafter sind, gehört aber nicht dem Verband.
Voraussichtlich werden Doschs Gegner bei der Versammlung am 22.11.2010 in Fulda die für eine Abwahl nötige Zweidrittelmehrheit nicht bekommen. Eine einfache Mehrheit ist allerdings möglich, heißt es in der taz. Dann wären Doschs Chancen auf eine im März fällige Wiederwahl beeinträchtigt. Die Meldungen in der taz weist Bioland-Geschäftsführer Gregor Pöpsel in aller Deutlichkeit zurück: "Bioland ist ein auf demokratischen Grundprinzipien basierender Verband. Alle Beschlüsse zu Satzung und bestehenden Strukturen des Vereins sind mit großer Mehrheit von der Bundesdelegiertenversammlung beschlossen.
Quelle: taz
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