Wenig Roggen verfügbar
Die deutsche Weizenernte 2011 bringt weniger Eiweiß, aber gute Backeigenschaften. Das Aufkommen an Brotroggen enttäuscht in diesem Jahr. „Die Qualität des deutschen Weizens ist 2011 gut bis durchschnittlich", urteilt Dr. Klaus Münzing vom Max-Rubner-Institut (MRI), Detmold, nach Analyse der ersten 223 Mühlenmuster. „Im Proteingehalt, Sedimentationswert sowie in der Fallzahl erreicht der Weizen in der Summe die Mühlenanforderungen", lautete das vorläufige Resümee während des heutigen Erntegesprächs in Detmold. Münzing verwies allerdings auf eine starke Streuung in den wichtigsten Qualitätskriterien. Die Proteinwerte 2011 fallen mit durchschnittlich 13,4 Prozent etwa niedriger aus als 2010 mit 13,7 Prozent. Doch deuten auch in diesem Jahr hohe Sedimentationswerte auf eine gute Eiweißqualität mit hohem Backpotenzial hin. Die Fallzahlen sind im Durchschnitt aller nach Detmold eingesandten Muster mit 303 Sek. unproblematisch. Nur etwa 6 Prozent haben nach Angaben von Münzing Fallzahlen von weniger als 220 Sek. aufgewiesen. Marktexperten erwarten jedoch, dass dieser Anteil in der Praxis mit etwa 25 Prozent deutlich höher liegt.
Für die 31 Mühlenmuster von Roggen berichtete Münzing von teilweise schwachen Fallzahlen mit dennoch guten Amylogrammwerten, guten Hektolitergewichten und geringeren Schmachtkornanteilen im Vergleich zum Vorjahr. Er erwartet aus der aktuellen Ernte einen Brotroggenanteil von etwa 50 Prozent.
Der Mutterkornanteil 2011 scheint nach den ersten Analysen niedrig. Ähnlich unproblematisch ist die Einschätzung für Mykotoxine in Roggen und Weizen.
Quelle: az
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