Versorgung mit Getreide trotz guter Ernte eng.
Die FAO rechnet trotz der gedrückten Aussichten für die USMaisernte mit einer globalen Rekordernte von Grobgetreide. Die Organisation erwartet aber eine enge Versorgungsbilanz. Nach den FAO-Zahlen könnten 2011/12 weltweit knapp 1,15 Mrd. t und damit 2,4% mehr Grobgetreide als 2010 geerntet werden. Bei den Hauptgetreidearten gebe die Versorgungslage bei Mais aber Anlass zur Sorge, schreibt die FAO, zumal die Prognosen für den US-Mais wegen des heißen Wetters im Juli und August nach unten gesenkt würden. Die Endbestände für Mais könnten auf 124 Mio. t und damit auf den niedrigsten Stand seit 2007 sinken. Dadurch werde das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch bei Grobgetreide voraussichtlich auf ein historisches Tief von 13,4% fallen, warnt die Welt-Ernährungsorganisation. Die Weltweizenproduktion wird nach der FAO-Prognose in dieser Kampagne um 23 Mio. t größer als im Vorjahr ausfallen und das Rekordergebnis von 2009 nur um 4 Mio. t verfehlen. Dennoch würden die Endbestände von Weizen voraussichtlich auf den tiefsten Stand seit 2009 fallen.
„Die Qualität des deutschen Weizens ist 2011 gut bis durchschnittlich", urteilt Dr. Klaus Münzing vom Max-Rubner-Institut (MRI), Detmold, nach Analyse der ersten 223 Mühlenmuster. „Im Proteingehalt, Sedimentationswert sowie in der Fallzahl erreicht der Weizen in der Summe die Mühlenanforderungen", lautete das vorläufige Resümee während des heutigen Erntegesprächs in Detmold. Münzing verwies allerdings auf eine starke Streuung in den wichtigsten Qualitätskriterien. Die Proteinwerte 2011 fallen mit durchschnittlich 13,4% etwa niedriger aus als 2010 mit 13,7%. Doch deuten auch in diesem Jahr hohe Sedimentationswerte auf eine gute Eiweißqualität mit hohem Backpotenzial hin. Die Fallzahlen sind im Durchschnitt aller nach Detmold eingesandten Muster mit 303 Sek. unproblematisch. Nur etwa 6% haben nach Angaben von Münzing Fallzahlen von weniger als 220 Sek. aufgewiesen. Marktexperten erwarten jedoch, dass dieser Anteil in der Praxis mit etwa 25% deutlich höher liegt. Für die 31 Mühlenmuster von Roggen berichtete Münzing von teilweise schwachen Fallzahlen mit dennoch guten Amylogrammwerten, guten Hektolitergewichten und geringeren Schmachtkornanteilen im Vergleich zum Vorjahr. Er erwartet aus der aktuellen Ernte einen Brotroggenanteil von etwa 50%. Der Mutterkornanteil 2011 scheint nach den ersten Analysen niedrig. Ähnlich unproblematisch ist die Einschätzung für Mykotoxine in Roggen und Weizen.
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