Getreidevermarktung in Kanada liberalisiert
Getreideerzeuger im Westen Kanadas haben erstmals seit ca. 70 Jahren die Wahl bei der Vermarktung. Seit dieser Woche hat der bisherige Monopolist, das Canadian Wheat Board (CWB) den Status als kommerzielles Getreidehandelshaus und steht im Wettbewerb zu anderen Vermarktern. Bis letzte Woche hatte das Board fast 70 Jahre lang im Westen Kanadas eine Monopolstellung für die Exporte von Weizen und Gerste.
Die Konkurenz ist schnell in die Lücke gestoßen, die sich mit dem absehbaren Ende des halbstaatlichen CWB zum Beginn des Wirtschaftsjahres 2012/13 aufgetan hat. Gleichzeitig hat sich aber auch das CWB im Wettbewerb neu aufgestellt, denn bisher verfügte sie über keine eigenen Umschlagskapazitäten. US-Agaraexperten berichten nun, dass das CWB für die Ernte 2012 Verträge mit großen Getreidehandelsunternehmen über Lagerdienstleistungen abgeschlossen hat.
Mögliche Änderungen erwarten die Beobachter auch für die Transportwege. Der Port of Churchill bietet Kanada den einzigen Zugang zum Atlantik. Er war bislang von CWB als Exporthafen bevorzugt worden. Jetzt ist es für Getreideerzeuger im Westen Kanadas - vor allem nahe der Grenzen zu den USA - möglicherweise lukrativ, auch an Erfasser der Vereinigten Staaten zu verkaufen. Das war bisher unter dem CWB-Monopol nicht möglich. Zunehmend könnte kanadisches Getreide auch über US-Häfen verschifft werden, erwarten Agrarbeobachter.
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