Russischer Weizen ausverkauft?
Marktteilnehmer aus Russland erwarten einen Exportstopp für Weizen. Die Gouverneure der Verwaltungskreise sollen ein solches Embargo befürworten.
Nach der Ernte von geschätzt 70 Mio. t Getreide ist die Bilanz in Russland angespannt. Bei einem Inlandsbedarf von rund 60 Mio. t Getreide und Exporten von 10 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr 2012/13 ist theoretisch Russland bilanziell schon im Minus.
Die Frage scheint weniger, ob Russland in diesem Jahr ein Embargo verhängt, sonder warum die Regierung in diesem Jahr noch keinen Exportstopp eingeführt hat.
Die russische Regierung soll sich in der Frage nicht einig sein. Vertreter des marktliberalen Lagers würden einen Eingriff in den Getreidehandel ablehnen, während andere wiederum der Versorgungslage im Inland Priorität vor dem Außenhandel einräumen. Das US-Agrarministerium USDA rechnet 2012/13 mit russischen Exporten von 13,7 Mio. t Getreide, darunter 10 Mio. t Weizen. Von Juli bis Oktober haben die Exporteure bereits 8 Mio. t Weizen verschifft. Händler und Branchenverbände rechnen laut USDA in Kürze mit einem deutlichen abebben der Ausfuhren. Für die anstehenden Monate erwartet die Branchenvereinigung Russian Grain Union eine Exportflaute.
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